Celia Cruz war eine
der angesehensten Sängerinnen in der lateinamerikanischen
Musik. Sie wurde als eines von vierzehen Kindern in einem
kleinen Vorort von Havanna, dem Barrio Santra Suarez, geboren.
Ihr erstes Paar Schuhe bekam sie von einem Touristen geschenkt,
für den sie gesungen hatte. Sie verbrachte viele Nächte
damit, ihre zahlreichen Geschwister in den Schlaf zu singen
und sang bei Schulkonzerten und Gemeindefesten.
Sie lernte die Welt der professionellen Musiker kennen, als ihr Onkel begann, sie in Cabarets und Nachtclubs mitzunehmen. Einer ihrer Cousins überredete sie, bei einer Talentshow mitzumachen, bei der sie schließlich gewann. Obwohl ihr Vater versuchte, sie zu überzeugen, Lehrerin zu werden, blieb sie bei der Musik. 1997 sagte sie in einem Interview: "Ich bin dem Wunsch meines Vaters gefolgt und bin Lehrerin geworden. Durch meine Musik bringe ich ganzen Generationen etwas über meine Kultur bei und auch darüber, wie glücklich man mit einem einfachen Leben sein kann. Als Sängerin will ich die Herzen der Menschen zum Singen bringen und ihren Seelen das Fliegen beibringen."
1947 ging sie ans Kubanische
Musik Konservatorium, wo sie ihre erste Inspiration in den
Liedern der Sängerin Paulina Alvarez fand. Ihr erster
großer Durchbruch kam 1950, als sie von der Band La Sonora Matancara engagiert wurde. Zu dieser Zeit galt
die Band als das kubanische Gegenstück zu Duke Ellingtons
Orchester. Cruz blieb fünfzehn Jahre bei der Band und
tourte mit ihr um die Welt. Sie heiratete den Trompeter der
Band Pedro Knight am 14. Juli 1962.
Nach der kubanischen Revolution 1959 weigerten sich Cruz und
Knight in ihre Heimat zurückzukehren und wurden Bürger
der USA. Obwohl beide einen Vetrag mit dem Hollywood Palladium
Orchester unterschrieben zogen sie nach New York. Knight wurde
1965 der Agent seiner Frau. Diese Aufgabe behielt er bis zu
den 90er Jahren. Dann wandte er sich seiner Arbeit als musikalischer
Direktor und Dirigent von Cruz' Band zu.
Kurz nachdem Celia 1965 Sonora Matancera verlassen hatte setzte
sie ihre Karriere mit ihrer eigenen Band fort, bei der auch
Tito Puente Mitglied
war. Obwohl sie acht Aufnahmen zusammen machten, hatte ihre
Zusammenarbeit keinen Erfolg. Cruz und Puente kamen erst 1987
für einen Auftritt bei der Grammy-Verleihung wieder zusammen
auf die Bühne.
Nachdem
sie bei Vaya, einem Ableger vom Fania Label, gesungen hatte,
machte sie verschiedene Aufnahmen mit Oscar
D'León, Cheo
Feliciano und Hector Rodriguez Anfang und Mitte der 60er-Jahre.
Celias erster Hit nachdem sie Sonora Matancera verlassen hatte
kam 1974 mit ihrem Debut-Album, das sie mit dem Posaunisten
und Teilhaber von Fania Record, Johnny
Pacheco aufgenommen hatte. Von da an war sie Mitglied
bei den Fania All Stars.
Ihre Popularität erreichte ihren Höhepunkt mit einem
Auftritt 1992 in dem Film "Los Reyes del Mambo".
Ebenso war sie im Film "La familia Peréz"
zu sehen und sang eine Version von "Loco de Amor"
für ein Duett mit David Byrne in Jonathan Demmes Film
"Totalmente Salvaje" (Something Wild).
1998
sang Cruz einige Duette und veröffentlichte ein außergewöhnliches
Album mit Duetten mit Willie Colon, Angela Carrasco, Oscar
D'León, Jose Alberto "El Canario" und La India. Cruz machte weiter Aufnahmen und stand auf der
Bühne bis sie 2002 an einem Gehirntumor erkrankte. Noch
während sie sich von der Operation, bei der der Tumor
entfernt worden war, erholte nahm sie 2003 das Album "Regalo
de Alma" auf. Doch ihre Operation hatte nicht den gewünschten
Erfolg gehabt. Sie starb am 16. July 2003. Der Tod der "Königin
des Salsa" hinterließ eine große Lücke
in der Musikwelt aber auch einen beachtliche Liste von Erfolgen,
die ihre Regentschaft dokumentiert.